Erevan Moonsong war ein hochelfischer Waldläufer und Vampir, der maßgeblich an der Gründung und dem Aufbau der verborgenen Vampirsiedlung Valclaire in der Region Tourcil beteiligt war. Nachdem er das Massaker an seinem Volk im Jahr 580 aAG überlebt hatte, bereiste er über ein Jahrhundert lang als Nomade den Kontinent. Am 1. April 697 aAG wählte er zusammen mit seinem Lebensgefährten Lorendal Silverleaf den Tod durch eine heilige Reliquie.
Erscheinungsbild und Persönlichkeit
Erevan war eine große, sehr schlanke Erscheinung und trug sein langes, silbernes Haar meist streng zurückgebunden. Auf seinen Reisen nach dem Fall von Valclaire nutzte er die Tarnung eines wandernden Gelehrten.
Im Gegensatz zu dem emotionaleren Lorendal zeichnete sich Erevan durch eine unheimliche Stille und extreme Selbstkontrolle aus. Er sprach langsam, präzise und wirkte stets beherrscht – eine Notwendigkeit, um sein vampirisches Wesen in der menschlichen Gesellschaft zu verbergen. Vor den Ereignissen des Jahres 580 aAG galt er als zuvorkommend und hilfsbereit, entwickelte durch den Verlust seiner Heimat jedoch eine tiefe und anhaltende Abneigung gegen Fremde.
Historie
Gründung und Fall von Valclaire (312–580 aAG)
Im Jahr 312 aAG gründete Erevan zusammen mit Lorendal Silverleaf das Dorf Valclaire. Die vampirische Gemeinschaft lebte dort friedlich und ernährte sich ausschließlich von Tierblut.
Kurz vor dem 25. August 580 aAG wurde Erevan von Mitgliedern der Familie Blackanvil entführt. Er befand sich in deren Gefangenschaft, als die Zwerge den vernichtenden Überfall auf die Vampire in Valclaire durchführten. Zwar wurde Erevan durch das Eingreifen der Abenteurer Tessarat Marod und Fargoth befreit, doch bei seiner Rückkehr fand er sein Dorf zerstört und den Großteil seiner Freunde getötet vor. Daraufhin trennte er sich von seinen Rettern und floh mit Lorendal, einem der wenigen anderen Überlebenden.
Das Nomadenleben (580–697 aAG)
In den darauffolgenden 117 Jahren bereisten Erevan und Lorendal gemeinsam die Lande. Während Lorendal zunehmend unter dem Trauma und der Resignation zerbrach, versuchte Erevan, Stabilität zu wahren. Als Lorendal schließlich den Entschluss fasste, seinem Leben ein Ende zu setzen, geriet Erevan in einen tiefen inneren Konflikt. Er begleitete seinen Partner auf dessen letzter Reise, hoffte jedoch insgeheim bis zuletzt, dass äußere Umstände das Vorhaben verhindern würden, da er den endgültigen Verlust seines Gefährten fürchtete.
Tod in der Abtei der Morgenröte (697 aAG)
Im Frühjahr 697 aAG erreichten die beiden Elfen die Abtei der Morgenröte, um Lorendals Plan in die Tat umzusetzen. Erevan verbrachte die Nächte schlaflos auf dem Dach des Klosters, geplagt von der Ungewissheit, ob er den Tod seines Partners ertragen könnte.
Am Abend des 1. April offenbarte sich das Paar einer anwesenden Abenteurergruppe, die sich bereit erklärte, die erlösende Klinge Abendröte zu beschaffen. Als eine Delegation der Blackanvils die Elfen angriff und der Fall der Abtei der Morgenröte eskalierte, verteidigten die Abenteurer die Vampire.
Nachdem die Angreifer besiegt waren, trat die Klerikerin Dris mit der Reliquie an die Elfen heran. Erevan, der sich ein Leben ohne seinen Partner nicht vorstellen konnte und die Last ihrer gemeinsamen Vergangenheit nicht allein weitertragen wollte, entschied sich im letzten Moment, Lorendals Schicksal zu teilen. Die beiden Vampire fielen sich in die Arme und zerfielen durch die Magie der Abendröte zeitgleich und geräuschlos zu Asche.