Lorendal Silverleaf war ein hochelfischer Waldläufer und Vampir, der primär durch seine Verbindung zu der verborgenen Siedlung Valclaire in der Region Tourcil bekannt war. Als einer der wenigen Überlebenden des verheerenden Massakers an den Vampiren (580 aAG) durchstreifte er über ein Jahrhundert lang als Nomade den Kontinent. Er wählte 697 aAG auf eigenen Wunsch den Tod durch eine heilige Reliquie, da er nach Jahrhunderten voller Verluste und Rückschläge jeglichen Lebenswillen verloren hatte.


Erscheinungsbild und Persönlichkeit

Lorendal fiel optisch durch sein rotblondes, oft leicht zerzaustes Haar auf. Im Gegensatz zu vielen anderen Vampiren behielt er lange Zeit eine zugängliche, emotionale und hilfsbereite Art bei. Vor der Zerstörung seiner Heimat war er als fähiger Jäger und umgängliches Mitglied der Gemeinschaft geschätzt.

Nach dem Verlust von Valclaire entwickelte er, ebenso wie sein langjähriger Lebensgefährte Erevan Moonsong, ein tiefes Misstrauen gegenüber Fremden. Um in der menschlichen Gesellschaft nicht aufzufallen, nutzte Lorendal die Tarnung eines reisenden Händlers und führte stets einen kleinen Koffer mit verschiedenen Kräutern mit sich. Hinter dieser freundlichen Fassade verbarg sich in seinen späten Lebensjahren jedoch eine unüberwindbare Trauer und absolute Lebensmüdigkeit.


Historie

Leben und Fall von Valclaire (bis 580 aAG)

Lorendal lebte über Jahrhunderte friedlich mit seinem Partner Erevan Moonsong in der vampirischen Siedlung Valclaire. Die Gemeinschaft ernährte sich ausschließlich von Tierblut, um Konflikten mit den umliegenden Zivilisationen aus dem Weg zu gehen. Dieses Leben endete abrupt am 25. August 580 aAG, als die Familie Blackanvil den Überfall auf die Vampire durchführte. Lorendal gehörte zu den wenigen Bewohnern, die dem systematischen Massaker und dem tödlichen Sonnenlicht entkommen konnten.

Das Nomadenleben und der Verlust des Lebenswillens (580–697 aAG)

In den folgenden 117 Jahren reiste Lorendal an der Seite von Erevan durch die Lande. Die anhaltende Flucht und der traumatische Verlust ihrer Heimat und all ihrer Freunde hinterließen jedoch irreparable seelische Spuren. Lorendal verlor mit der Zeit gänzlich die Fähigkeit, Glück zu empfinden oder neue Ziele zu verfolgen. Er war seines jahrhundertelangen Daseins überdrüssig geworden. Aus der tiefen Resignation heraus, die Last der vergangenen Rückschläge nicht weiter tragen zu wollen, fasste er den Entschluss, aus dem Leben zu scheiden.

Tod in der Abtei der Morgenröte (697 aAG)

Um einen lautlosen und friedlichen Tod zu finden, reiste Lorendal im Frühjahr 697 aAG zur Abtei der Morgenröte. Ziel war es, durch das dort verwahrte heilige Schwert Abendröte erlöst zu werden.

Am Abend des 1. April 697 aAG offenbarte er seinen Plan einer Gruppe von Abenteurern, die sich bereiterklärten, ihm zu helfen. Als eine zeitgleich anwesende Delegation der Blackanvils die wahre Natur der Elfen erkannte und angriff, stellten sich die Abenteurer schützend vor die Vampire. Während des dadurch ausgelösten Falls der Abtei der Morgenröte nahm die Klerikerin Dris das heilige Schwert an sich. Nach einem bestätigenden Blick von Lorendal gewährte sie ihm den Gnadenstoß. Der Elf zerfiel friedlich in den Armen seines Gefährten Erevan zu Asche und fand so seine endgültige Ruhe.