Marods Loch, wie der Geheimgang inoffiziell genannt wird, ist ein monumentaler, aufgegebener Tunnel, der die Stadt Dhomhall in Wod mit dem Territorium von Tourcil verbindet. Errichtet von Marod & Co unter dem Vorwand, die Nationen zu verbinden, führte das Projekt zu einem plötzlichen, kurzen Wirtschaftsboom in Dhomhall, bevor es in einer diplomatischen Krise gipfelte und abrupt stillgelegt wurde.


Lage und Verlauf

Der Tunnel durchquert die gewaltigen Alterlow Mountains und stellt die einzige bekannte unterirdische Verbindung zwischen den Ländern Wod und Tourcil dar. Der westliche Eingang befindet sich in einem alten Minenkomplex am Rande der verarmten Stadt Dhomhall. Sein Weg führt ostwärts durch das Gebirge und endet abrupt in einer bereits existierenden, tiefen Antimagit-Mine nahe Eisenklamm. Die Reise durch den gesamten Tunnel würde mit Pferden etwa fünf Tage dauern.


Aufbau und Konstruktion

Der Tunnel ist ein beeindruckendes, wenn auch unvollendetes Stück Ingenieurskunst. Seine Konstruktion wurde durch den Einsatz spezieller, von Rolan Marod bereitgestellter Adamantine-Werkzeuge ermöglicht.

  • Minenräume und Baubüro: Am Eingang in Dhomhall zeugen verlassene Minenräume und das Büro eines ehemaligen Minenleiters vom einstigen Betrieb. Hier finden sich Notizen, die den schnellen Fortschritt und die Herausforderungen des Baus dokumentieren.
  • Tunnelstruktur: Der Haupttunnel ist breit genug für den Transport von Minenwagen und Pferden und ist an kritischen Stellen mit robusten Stützbalken gesichert.
  • Ressourcenfund: Während des Baus stießen die Arbeiter auf reiche Vorkommen gewöhnlicher Erze und Edelsteine. Dieser unerwartete Reichtum führte zu einem kurzen, aber intensiven Wirtschaftsboom in Dhomhall, da die Ressourcen direkt in der Stadt verarbeitet und gehandelt wurden. Im Tunnel selbst wurden jedoch keine Antimagit-Adern gefunden.

Geschichte und Aktueller Status

Ursprünglich wurde der Tunnelbau von Marod & Co als ein visionäres Infrastrukturprojekt beworben, das Wod und Tourcil verbinden sollte. Der wahre Zweck bleibt spekulativ, doch das Projekt zog viele Arbeiter an und ließ die Stadt Dhomhall rasant wachsen, befeuert durch die während der Grabungsarbeiten entdeckten Erze und Edelsteine.

Die diplomatische Krise

Das Projekt fand ein jähes Ende, als die Arbeiter unbeabsichtigt die Wand zu einer der tiefsten und wichtigsten Antimagit-Minen von Eisenklamm durchbrachen. Die Regierung von Tourcil betrachtete diesen unautorisierten Zugang zu ihren strategisch wichtigsten Ressourcen als einen schweren Eingriff in ihre Souveränität. Sie drohte, den Vorfall als kriegerischen Akt zu werten, sollte die Nutzung des Tunnels nicht unverzüglich und dauerhaft unterbunden werden.

Stilllegung und Verfall

Um einen offenen Krieg zu vermeiden, wurde Marod & Co gezwungen, alle Arbeiten sofort einzustellen und den Tunnel aufzugeben. Mit dem Ende des Projekts brach auch die Wirtschaft von Dhomhall zusammen, da die Quelle ihres plötzlichen Reichtums versiegte.

Heutiger Zustand

Heute ist der Tunnel versiegelt und gilt als politisch hochbrisant. Er wird nicht mehr genutzt. An den Eingängen, insbesondere bei Dhomhall, sind einige wenige Wachen von Marod & Co postiert. Ihre Aufgabe ist es nicht, den Tunnel zu nutzen, sondern sicherzustellen, dass niemand ihn betritt und damit einen neuen diplomatischen Zwischenfall auslöst. Marods Loch ist somit weniger ein geheimer Durchgang als vielmehr eine Narbe in den Bergen, die an ein gescheitertes Großprojekt und eine knapp verhinderte Konfrontation zweier Nationen erinnert.