Die Zur Tollen Dämmerung ist ein Gasthaus in der Universitäts- und Handelsstadt Chartemati in Tourcil und das Stammlokal der Scholaren und Priesteranwärter der Kathedrale der Ewigen Morgendämmerung. Betrieben wird sie von dem Loxodon Gunther Fassbender. Das Haus gilt als studentischer Treffpunkt mit abgewetztem Charme und als einer der wenigen Orte der Stadt, an dem soziale Herkunft und kirchlicher Rang keine Rolle spielen.
Beschreibung
Die Zur Tollen Dämmerung präsentiert sich als einfaches, studentisches Gasthaus, das bessere Tage gesehen hat. Abgewetzte Holztische, ein beständiges Angebot guter Biere und eine gemütlich-abgenutzte Einrichtung prägen den Schankraum. Die Gäste sind überwiegend Scholaren und Priesteranwärter, die hier abseits der Prestige-Zirkel ihres Ordens zusammenkommen.
Die Priesterschaft des Lathander in Chartemati ist eine Eliteinstitution, deren Ansehen und Finanzierung eng mit dem Reichtum der Seidenrouten verflochten ist. Unter den Anwärtern herrscht ein ausgeprägter Wettbewerb um Gunst, Posten und Ansehen, begleitet von Cliquen, Intrigen und Standesdünkel. Die Taverne dient den Anwärtern als Ventil und Rückzugsraum, in dem dieser Druck für einige Stunden verblasst.
Gunther Fassbender
Der Wirt Gunther Fassbender ist ein Loxodon, dessen Erscheinung ebenso bunt ist wie sein Lokal schlicht: ein Dutzend Ohrringe, eine Kette aus Holzperlen um den massigen Hals und eine schillernde Seidenweste in allen Farben des Regenbogens. Von Titeln und Rängen zeigt er sich vollkommen unbeeindruckt und begegnet Gästen jeder Herkunft mit derselben Herzlichkeit.
Fassbender vertritt eine eigenwillige Weltsicht voller alternativer Heilmethoden, Kräutertees und kosmischer Energien; zu seinen wiederkehrenden Überzeugungen gehört, dass die meisten Menschen zu wenig atmen. Diese hippieske, unkonventionelle Art macht ihn zu einer der prägenden Figuren des Hauses.
Der Keller-Vorfall
Zu einem nicht überlieferten Zeitpunkt wurde der Keller der Taverne von Chromatischen Spinnen befallen, jener seidenspinnenden Art, die das Weberkonkordat per Gesetz als sein Eigentum beansprucht. Da die Jagd auf diese Tiere ausschließlich im Auftrag des Konkordats gestattet ist, war ihre eigenmächtige Tötung streng genommen ungesetzlich.
Der Kleriker Bruder Amadeus half Fassbender, die Plage zu beseitigen. Gemeinsam töteten sie die Spinnen und schwiegen anschließend über den Vorfall, um den Wirt nicht in Schwierigkeiten zu bringen. Aus der dabei gewonnenen Seide ließ Fassbender seine auffällige, vielfarbige Weste fertigen, die zu seinem Erkennungszeichen wurde.