Grokkûl war ein dämonischer Oger, der um 682 aAG von einem verbannten Schamanen des Ork-Klans Qidol als lebende Waffe erschaffen wurde und in den Wäldern Tourcils ein Goblin-Lager beherrschte. Seine fanatische Verehrung des Orkgottes Gruumsh war ihm bei seiner Erschaffung eingeschrieben worden; in ihrem Namen unterwarf er Goblins und Kampfwölfe, versklavte den Ingenieur Zack und hielt Gefangene als Schaukämpfer. Als Waffe führte er die Bombenkeule mit ihrer Halterung für Goblin-Bomben. Im Jahr 702 aAG fiel sein Lager, als ein durchreisender Abenteurertrupp es auf dem Weg von Eisenklamm nach Chartemati auslöschte.


Erscheinung

Grokkûl besaß die massige Gestalt eines Ogers, die von dämonischer Wesenheit durchsetzt war; Betrachter nahmen ihn als oger- und dämonenhaft zugleich wahr. Im Kampf führte er seine Bombenkeule, eine überdimensionierte Stahlwaffe, deren eiserne Halterung eine Goblin-Bombe aufnahm, die beim Zuschlagen detonierte. Sein gewaltiger Körperbau gehörte zu den wenigen, die das enorme Gewicht dieser Waffe ohne Behinderung tragen konnten.


Herkunft und Erschaffung

Grokkûl verdankte seine Existenz dem Bruch innerhalb der Ork-Klans von Nord-Tourcil. Als sich die nördlichen Stämme um 682 aAG der Großen Integration beugten und Frieden mit Tourcil schlossen, gehörte der Schamane des Klans Qidol zu deren erbittertsten Gegnern. Für ihn bedeutete der Vertrag einen Verrat an Gruumsh: Ein Volk, das seine Stärke verwalten lasse, habe den einäugigen Gott verraten.

Zur Strafe nahm der Klan ihm die Kette der Alten Stimme ab – das Amtszeichen, durch das ein Schamane mit den Geistern der Vorfahren sprach – und schickte ihn in die südlichen Wälder ins Exil. Von den Ahnen abgeschnitten und seiner Stimme beraubt, blieben dem Verbannten allein sein Zorn und der Glaube, dass Gruumsh keinen Frieden, sondern Rache verlange.

In den Jahren nach 682 aAG vollzog der Verbannte im Exil ein Ritual, das ihm sein Amt zeitlebens verboten hatte: Statt einen Ahnengeist in einen würdigen Krieger zu rufen, zwang er einen Dämon in den Leib eines Ogers und goss seinen eigenen Hass und seine Hingabe an den einäugigen Gott in das Gefäß. So entstand Grokkûl – eine Waffe mit dem eingebrannten Auftrag, die Feinde des Klans zu zerschlagen. Seine Besessenheit war ihm damit nicht gewachsen, sondern von seinem Schöpfer eingeschrieben.

Der Schamane entsandte sein Geschöpf in die Wälder Tourcils, doch die Waffe überschritt ihren Auftrag. Grokkûl tötete nicht allein die Feinde des Klans, sondern Karawanen, Pilger und Reisende ohne Unterschied, bis er ein Lager von Goblins unterwarf und sich zu dessen Herrscher aufschwang. Ob sein Schöpfer zu diesem Zeitpunkt noch lebte, ist nicht überliefert.


Wesen und Glaube

Grokkûls eingeschriebener Glaube äußerte sich als unablässige Predigt der Dominanz: Man ehre die Kraft des Einäugigen nur, indem man sie rücksichtslos einsetze und alles Schwächere unterwerfe. Stärke war ihm zugleich Gottesdienst und Lebensinhalt; Schwäche verachtete er.

Diese Haltung prägte seine Herrschaft im Lager. Er hielt einen Goblin an einer Kette wie ein Haustier an seiner Seite und ließ Gefangene zu seiner Belustigung in einem Kampfring gegeneinander antreten – unter anderem zwei Tieflinge, die mit explodierenden Brettern bewaffnet zum Kampf gezwungen wurden.


Das Goblin-Lager

Grokkûls Herrschaftssitz war ein einfaches Lager aus Hütten mit einem Kampfplatz in der Mitte, in dessen Zentrum sein Steinthron stand. Um ihn scharten sich rund zwanzig Goblins und vier Wölfe, von denen einige als lebende Sprengfallen mit umgeschnallten Bomben dienten.

Zur Bewaffnung des Lagers versklavte Grokkûl den Goblin-Ingenieur Zack, der die Goblin-Bomben herstellte und auch die Vorrichtung der Bombenwölfe entwickelte. Auf das Lager war ein Kopfgeld von 600 Gold ausgesetzt, das das Weberkonkordat für dessen Zerstörung bot.


Untergang

Im Jahr 702 aAG erreichte ein Abenteurertrupp aus Bruder Amadeus, Thalyra Trevaryn, Calyra Apfelkern und Bombastus Birkenheim auf der Reise von Eisenklamm nach Chartemati das Lager. Grokkûl deutete das Erscheinen der Fremden als eine von Gruumsh gesandte Herausforderung, an der er sich beweisen müsse, und stürmte ihnen entgegen, um sie niederzustrecken. Im folgenden Kampf unterlag er und wurde von Thalyra Trevaryn enthauptet.

Nach seinem Tod wurde sein abgetrennter Kopf zweckentfremdet: In ihm verbargen die Sieger die Reste eines Herzens von Solast.