Graf Aldemar von Sturmwacht ist der nominelle Graf von Chartemati in Tourcil und das Oberhaupt des alten, im Niedergang begriffenen Stadtadels. Sein Titel ist weitgehend zeremoniell: Die tatsächliche Macht über die Stadt liegt beim Weberkonkordat, während Aldemar sich aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen hat und seine Tage in seiner Villa auf dem Sternenhügel verbringt. Im Jahr 702 aAG ist er hochbetagt und gilt als Sinnbild einer Herrschaft, die nur noch auf dem Papier besteht.


Erscheinung und Lebensstil

Aldemar ist ein verschwenderischer Mann, der an Luxus gewöhnt ist. Die Kathedrale und das Weberkonkordat lassen ihm beträchtliche Summen zukommen, um seine verbliebene politische Autorität für ihre Zwecke nutzen zu können; entsprechend kostspielig ist seine Lebensführung.

Er bewohnt eine Villa auf dem Sternenhügel, dem Gipfel des Stummen Wächters, hoch über der Stadt. Von dort blickt er häufig auf Chartemati hinab; mit sehr guten Augen lässt er sich von unten bisweilen erkennen, wie er von seiner Terrasse auf das Treiben der Stadt schaut. Im Jahr 702 aAG ist Aldemar über vierhundert Jahre alt – ein hochbetagter Gnom, dessen Gebrechlichkeit der eines Menschen von rund achtzig Jahren entspricht.


Herrschaft und Einfluss

Offiziell ist Aldemar das Stadtoberhaupt, doch Chartemati verhält sich, als hätte es keinen Grafen – oder als trüge das Weberkonkordat für alles die Verantwortung. Aldemar nimmt keine offiziellen Anlässe mehr wahr, bei denen er die Stadt repräsentieren würde, und überlässt das öffentliche Auftreten faktisch dem Konkordat.

Seine einzige verbliebene Befehlsgewalt von Gewicht ist das Kommando über die Stadtwache. Doch auch hier beugt er sich der eigentlichen Macht: Was immer das Konkordat den Wachen nahelegt oder vorschlägt, billigt Aldemar und lässt es geschehen. So lenkt das Bündnis die bewaffnete Ordnung der Stadt, ohne sie offiziell zu befehligen.


Herkunft und Titel

Der Grafentitel über Chartemati geht auf Aldemars Mutter zurück, die erste Gräfin von Sturmwacht. Die langlebige Gnomin zählte zu den prägenden Gestalten der frühen Stadt: In der Generation nach der religiösen Entstehung Chartematis begründete sie dessen weltliche Selbstverwaltung und wurde dafür um 300 aAG zur ersten Gräfin erhoben.

Aldemar erbte Titel und Würde, ohne sich selbst um sie verdient gemacht zu haben. Unter seiner Hand verlor das Haus Sturmwacht den letzten Rest realer Macht an das Weberkonkordat, das seit seiner Gründung 655 aAG zur beherrschenden Kraft Chartematis aufstieg.