Der **Tag der Gründung Eisenklamms** ist das bedeutendste und lauteste Fest in der Bergbaustadt [[Eisenklamm]]. Was einst als Gedenktag an den gemeinsamen Aufbau der Stadt gedacht war, hat sich über die Jahrhunderte zu einem erbitterten Wettstreit zwischen den beiden dominierenden Clans, der [[Familie Eisenbart]] und der [[Familie Grimmfaust]], entwickelt. Der Tag ist geprägt von demonstrativer Rivalität, sportlichen Wettkämpfen und zwei völlig unterschiedlichen Geschichtsschreibungen. ___ ## Der Mythos der zwei Gründungen Der Kern des Feiertages ist der Streit darüber, wer den *wahren* ersten Stein der Stadt gelegt hat. Da die wahre Geschichte der kooperativen Gründung im Nebel der Zeit verloren gegangen ist, pflegt jede Familie ihre eigene Legende: * **Die Legende der Eisenbarts:** Die [[Familie Eisenbart]] behauptet, ihr Vorfahre habe zuerst die erste Schmiede errichtet, um den Arbeitern Schutz und Werkzeug zu bieten. Ohne ihren Schutz, so sagen sie, wären die Grimmfäuste längst von Monstern gefressen worden. Ihr Motto für den Tag: *"Der Schutz kam vor dem Schlag."* * **Die Legende der Grimmfäuste:** Die [[Familie Grimmfaust]] beharrt darauf, dass ihr Vorfahre zuerst die "Stimme des Berges" hörte und den ersten Stollen schlug. Sie argumentieren, dass ohne ihre Mine die Eisenbarts nichts zu beschützen oder zu schmieden gehabt hätten. Ihr Motto: *"Das Erz kam vor dem Eisen."* ___ ## Ablauf der Feierlichkeiten ### Das Duell der Reden Der Tag beginnt auf dem zentralen Platz von [[Eisenklamm]]. Die Oberhäupter beider Familien (oder deren Repräsentanten, wie [[Gorim Eisenbart]] für seine Familie) halten zeitgleich auf zwei gegenüberliegenden Podesten flammende Reden. Sie versuchen, die jeweils andere Seite in Lautstärke und Rhetorik zu übertönen, während die Anhänger der Clans jubeln oder buhen. Es ist ein kakofonisches Spektakel, das oft mehr einem verbalen Gefecht als einer Zeremonie gleicht. ### Der Schlag des Ersten Steins Ein ritueller Akt, bei dem ein riesiger Felsblock in die Mitte des Platzes gerollt wird. Ein Vertreter jeder Familie tritt mit einem Hammer (Eisenbart) und einer Spitzhacke (Grimmfaust) hervor. Ziel ist es, den Stein *gleichzeitig* zu schlagen. In der Praxis versucht jedoch jeder Vertreter, den Bruchteil einer Sekunde schneller zu sein, um symbolisch den Anspruch auf den "Ersten Schlag" zu erneuern. Nicht selten endet dies in Handgemengen. ### Die Wettkämpfe der Klans Den restlichen Tag über messen sich die Familien in Disziplinen, die ihre Stärken hervorheben: * **Das Resonanz-Schmieden:** Ein Wettbewerb, bei dem Schmiede der Eisenbarts und Bergleute der Grimmfäuste versuchen, mit ihren Werkzeugen schneller ein Stück Gestein zu bearbeiten oder zu finden. * **Der Stollen-Lauf:** Ein Hindernisrennen durch einen präparierten, nicht mehr genutzten Minenschacht, bei dem Kraft und Orientierungssinn gefragt sind. * **Das Bier-Duell:** In der Familie Grimmfaust Taverne wird bis tief in die Nacht getrunken. Ironischerweise ist dies der friedlichste Teil des Festes, da der gemeinsame Rausch die Grenzen der Rivalität oft verwischt. ___ ## Die Verlorene Bedeutung Hinter dem Lärm des Wettbewerbs ist die historische Wahrheit verblasst: [[Eisenklamm]] wurde nicht von einer Familie gegen den Willen der anderen gegründet, sondern in einer symbiotischen Partnerschaft. Die Eisenbarts boten Schutz und Verarbeitung, die Grimmfäuste boten Exploration und Abbau. Der Feiertag, der heute die Trennung zelebriert, war ursprünglich ein Fest der Einheit. Das einzige Überbleibsel dieser gemeinsamen Vergangenheit ist der kurze Moment der Stille, bevor Hammer und Spitzhacke den zeremoniellen Stein treffen – ein unbewusstes Echo jener Zeit, als beide Werkzeuge im gleichen Takt arbeiteten, um das Fundament der Stadt zu legen. ___ ## Trivia * Wetten auf den Ausgang der Wettkämpfe sind in [[Eisenklamm]] an diesem Tag eine der größten Einnahmequellen für Buchmacher. * [[Tilda Brockhammer]] nutzt den Tag oft, um neutrale „Friedens-Werkzeuge“ zu verkaufen, und wird von beiden Seiten als Schiedsrichterin bei Streitigkeiten akzeptiert. * Es ist Tradition, dass der amtierende Bürgermeister (egal aus welcher Familie) das erste Fass Bier ansticht – eine Geste, die von der gegnerischen Familie meist mit spöttischem Applaus begleitet wird.